Im Malort kommen Menschen unterschiedlichen Alters zusammen. Jeder, der einen Pinsel halten kann ist hier willkommen.

Alter, Herkunft, Geschlecht, sozialer Status etc. spielen im Malort keine Rolle, denn hier darf jede/r wieder spielfähig werden, alles Beigebrachte ablegen und die in ausnahmslos jedem Menschen innewohnende spontane Äußerungsfähigkeit wieder entdecken.

Im geschützten, abgesonderten Raum ist die Malspielende Person keinem Druck von außen ausgesetzt – nichts lenkt sie ab. Der Palettentisch mit seinen 18 hochwertigen Goachefarben und den dazugehörigen, sorgfältig von Hand gefertigten, Pinseln ist für jeden leicht zu bedienen und lädt zum genussvollen Spiel mit der Spur auf dem Papier ein.

Ein kleines Kind wird im Malort in seiner Lust am Spiel unterstützt. Diese so notwendige, für ein Kind absolut ernsthafte und wichtige Tätigkeit wird leider viel zu oft unterschätzt und verkannt. Im Spiel erprobt ein Kind seine Fähigkeiten und erwirbt Kompetenzen, die sich jedem noch so ausgeklügelten Bildungsangebot entziehen.

Ein Malort-Kind gewinnt Vertrauen in sein Tun und ist nicht vom Urteil bzw. Wohlwollen anderer abhängig. Ein Malort-Kind zweifelt nicht an sich.

Ein größer gewordenes Kind, ein sog. Erwachsener, findet im Malort seine Fähigkeit zur spontanen Äußerung wieder. Erzogen zum Vernünftig sein verlieren wir mehr und mehr unsere Spontaneität. Doch erst wenn Vernunft und Spontaneität in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen, entsteht ein inneres Gleichgewicht.

Im Malort entstehen keine (Kunst)Werke, die für einen Betrachter bestimmt sind; und doch ist die entstehende Spur nicht zufällig oder gar willkürlich.

Hier wird nicht nach einem vorgegeben Thema gemalt. Hier wird nichts gelehrt, einfach, weil es nichts zu lehren gibt. Es ist alles bereits da, verschüttet vielleicht, vergessen gewiss, doch niemals verloren.

Die Formulation, die nur unter den besonderen Bedingungen des Malortes entstehen kann, entfliesst der organischen Erinnerung. Diese trägt Erinnerungen an unseren Anfang in sich – Erinnerungen, die sich uns im Alltag entziehen, die doch aber so wesentlich sind, da sie zum Mensch Sein gehören.

Im Malspiel kommt ein jeder Mensch zu sich selbst – etwas anderes braucht er nicht!